ALEUS
ALEUS

Satzung

§ 1 Name, Sitz, Geschäftsjahr

 

1,1  Der Verein führt den Namen "Arbeitskreis für liberale europäische Sprachpolitik" (abgekürzt ALEUS) ‑ nach seiner Eintragung in das Vereinsregister mit dem Zusatz "eingetragener Verein".

 

1.2  Der Sitz des Vereins ist Paderborn. Er soll dort ins Vereinsregister eingetragen werden.

 

1.3  Das Geschäftsjahr des Vereins ist das Kalenderjahr; das erste Geschäftsjahr dauere abweichend vom Tage der Gründung bis zum 31,12. 1975.

 

§ 2 Zweck

 

2. 1 Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung vom 24. Dezember 1953 und zwar insbesondere durch die Förderung der Erziehung und Volksbildung sowie der damit zusammenhängenden wissenschaftlichen Untersuchung sprachsoziologischer, sprachpolitischer und staats-bürgerlicher Voraussetzungen für den Aufbau einer freiheitlichen europäischen Gemein-schaft gleichberechtigter Völker unter Wahrung ihrer sprachlichen Vielfalt und ihres kulturellen Erbes.

 

2. 2 Der Verein bemüht sich, im Sinne des unter 2. 1 genannten Rahmenziels

 

(1)  um die Erforschung der Voraussetzungen und die wissenschaftliche Ausar-beitung verschiedener Alternativen für eine liberale europäische Sprachpolitik,

 

(2)  um die Entwicklung und ständige wissenschaftliche Überprüfung geeigneter sprachkybernetischer, pädagogischer und anderer wissenschaftlich‑technischer Werkzeuge einer solchen liberalen europäischen Sprachpolitik,

 

(3)  um die Erörterung der sprachpolitisch relevanten Sachzwänge und Frei- heitsräume mit politischen Entscheidungsträgern

 

(4)  um die Information sämtlicher betroffener gesellschaftlicher Einrichtungen und Gruppierungen über die Voraussetzungen und Möglichkeiten liberaler europäischer Sprachpolitik und

 

(5)  um die Unterstützung liberaler sprachpolitischer Bestrebungen insbesondere im Bereich der Forschung, der Entwicklung, des Bildungswesens und des kultu-rellen Lebens.

 

2.3       Als vorrangiges Kriterium legt der Verein seinen Beurteilungen die weitestmögliche Wahrung und Vergrößerung der Freiheit des Einzelmenschen zugrunde, darüber hinaus aber auch die Gewährleistung der sprachgrenzübergreifenden Chancengleichheit und der Wahrung des sprachlichen Reichtums und des sprachgebundenen kulturellen Erbes der europäischen Völkergemeinschaft. Der Verein bemüht sich insbesondere um eine möglichst baldige und möglichst vollständige Gleichberechtigung der deutschen Sprache mit der französischen und englischen in allen Gremien der Europäischen Gemeinschaft (EG) und bei den internationalen wissenschaftlichen, technischen, administrativen und politischen Tagungen und Konferenzen auf dem Territorium der EG.

 

2.4 Zur Erfüllung seiner Aufgaben wird der Verein

 

(1) Vorträge, Seminare, Kurse und internationale Tagungen veranstalten, insbe-sondere über Themen aus den Bereichen der Sprachwissenschaft, der Sprachpä-dagogik, der Europakunde und der Theorie des Liberalismus.

 

(2) Kooperationspartner in anderen europäischen Ländern, insbesondere in solchen der EG suchen,

 

(3) mit bestehenden, relevanten Forschungs‑, Erziehungs‑ und Bildungsein-richtungen kooperieren und erforderlichenfalls eigene solche Einrichtungen schaffen,

 

(4) durch Veröffentlichungen eine breite Aufklärung über die Ziele, Maßnahmen und Teilerfolge des Vereins anstreben.

 

2.5 Der Verein arbeitet in der Bundesrepublik Deutschland eng mit den für bildungs‑, forschungs- und europapolitische Fragen zuständigen Institutionen der Freien Demo- kratischen Partei bzw. mit deren Landes‑, Bezirks‑, Kreis‑ und Ortsverbänden zusammen. Dies schließt aber eine enge Zusammenarbeit auch mit Vereinigungen ähnlicher Ziel- setzung, die anderen staatstragenden politischen Parteien der Bundesrepublik Deutsch- land nahestehen, bei gemeinsam interessierenden Projekten nicht aus, insbesondere nicht die kooperative Mitgliedschaft in überparteilichen oder interna-tionalen Organisationen, welche pädagogische oder wissenschaftliche Beiträge zur sprachgrenzübergreifenden Einigung Europas zu leisten suchen.

 

§ 3 Mitgliedschaft

 

3.1 Der Verein hat ordentliche, außerordentliche und fördernde Mitglieder.

 

3.2 Die Mitgliedschaft beginnt durch

 

(1)  Unterzeichnung der Gründungsurkunde oder

 

(2)  spätere Aufnahme als ordentliches, außerordentliches oder förderndes Mitglied aufgrund eines Aufnahmeantrags.

 

3.3 Die Mitgliedschaft endet durch

 

(1) Tod bzw. bei juristischen Personen Erlöschen

 

(2)  Austritt; dieser erfolgt durch schriftliche Anzeige an den Vorstand und ist ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von mindestens 3 Monaten auf den Schluss des Kalender­jahres zulässig;

(3)  Ausschluß; dieser kann erfolgen durch Beschluß des Vorstandes, wenn das Mitglied trotz wiederholter Mahnung mit der Beitragszahlung im Rückstand ist, in allen anderen Fällen durch Beschluß der Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit von mindestens 75 % der Anwesenden, jedoch nicht gegen das Veto des Vorstands.

 

3.4 Das Mindestalter der außerordentlichen Mitglieder beträgt 14 Jahre, das der ordent-lichen, 18 Jahre; bei ordentlichen Mitgliedern wird eine erhöhte Bereitschaft vorausge-setzt, sich auch außerhalb des Vereins für dessen Ziele einzusetzen.

 

3.5 Als außerordentliches oder als ordentliches Mitglied kann der Vorstand auf Antrag jede natürliche Person aufnehmen , wenn

 

(1)sie § 3.4 erfüllt und

 

(2)  keine begründeten Zweifel an ihrer liberalen, sprachpolitischen Grundein-stellung bestehen.

 

3.6 Als förderndes Mitglied kann der Vorstand auf Antrag jede natürliche oder juristische Person aufnehmen, falls nicht zu befürchten ist, daß die Mitgliedschaft mit der Absicht der Beeinträchtigung der Vereinsziele erworben werden soll.

 

§ 4 Beitrag

 

4.1 Jedes Mitglied hat eine Aufnahmegebühr und einen zu Beginn des Jahres fälligen Jahresbeitrag zu zahlen. Die Mindesthöhe wird jeweils von der Mitgliederversammlung für das kommende Geschäftsjahr festgesetzt.

 

4.2 Die Mindestbeiträge für außerordentliche Mitglieder können geringer, aber nicht höher, die für fördernde Mitglieder umgekehrt nur höher, aber nicht geringer sein als der festgesetzte Normalbeitrag für ordentliche Mitglieder.

 

4.3 Sofern besondere, in der Mitgliederkartei zu dokumentierende Gründe vorliegen, kann der Vorstand den Normalbeitrag für ordentliche Mitglieder in Einzelfällen oder für bestimmte Personengruppen ermäßigen oder erlassen.

 

§ 5 Tätigkeit der Mitglieder; Vereinsvermögen

 

5.1 Soweit die Mitglieder in ihrer Eigenschaft als Mitglieder für die Ziele des Vereins tätig sind, ist diese Tätigkeit ehrenamtlich.

 

5.2 Etwaige Gewinne dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Gewinnanteile und in ihrer Eigenschaft als Mitglieder auch keine sonstigen Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Sie erhalten bei ihrem Ausschei- den oder bei Aufhebung des Vereins nicht mehr als ihre etwaigen angezahlten Kapitalan- teile und den gemeinen Wert ihrer etwa geleisteten Sacheinlage zurück.

 

5.3 Es darf keine Person durch Verwaltungsausgaben, die den Zwecken des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

 

5.4 Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks fällt das Vermögen des Vereins, soweit es die etwaigen durch seine Mitglieder angezahlten

Kapitalanteile und den gemeinen Wert ihrer etwa geleisteten Sacheinlagen übersteigt, an die Stadt Paderborn, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige, insbesondere interlinguistische Zwecke zu verwenden hat. Die Auflösung des Vereins kann nur von der Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit von 3/4 der abgegebenen Stimmen beschlossen werden.

 

§ 6 Organe

 

Die Organe des Vereins sind der Vorstand, der Beirat und die Mitgliederversammlung.

 

§ 7 Der Vorstand

 

7.1 Der Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden und weiteren vier Vorstandsmitgliedern, die alle dem Verein als ordentliche Mitglieder ange- hören müssen. Zusätzlich können zwei Beisitzer gewählt werden.

 

7.2 Die Mitglieder des Vorstands werden von der Mitgliederversammlung wie folgt mit einfacher Mehrheit auf die Dauer von zwei Jahren gewählt:

 

(1) der Vorsitzende und die beiden Stellvertreter in getrennten Wahlgängen von den ordentlichen Mitgliedern;

 

(2)  vier weitere Vorstandsmitglieder von allen Mitgliedern gemeinsam;

 

(3) ein Beisitzer aus dem Kreis der außerordentlichen Mitglieder von allen Mitgliedern gemeinsam

 

(4) ein Beisitzer aus dem Kreis der fördernden Mitglieder von allen Mitgliedern gemeinsam.

 

7.3 Vorstand im Sinne des § 26 BGB ist der Vorsitzende oder in dessen Vertretung einer seiner Stellvertreter.

 

7.4 Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins im Sinne des Vereinszwecks. Er kann zu seiner Unterstützung und zur Erledigung der laufenden Verwaltung einen Geschäftsführer bestellen.

 

7.5 Der Vorstand ist bei Anwesenheit von mehr als der Hälfte seiner Mitglieder beschluss­fähig. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Der Vorstand beschließt mit einfacher Stimmen-mehr­heit. Bei Stimmengleichheit trifft der Vorsitzende die Entscheidung.

 

§ 8 Beirat

 

Dem Vorstand steht ein Beirat zur Seite, der ihn insbesondere bei wissenschaftlichen Fragen berät. Das Nähere beschließt die Mitgliederversammlung.

 

§ 9 Mitgliederversammlung

 

9.1 Die Mitgliederversammlung besteht aus sämtlichen Mitgliedern des Vereins. Juristische Personen und Personenmehrheiten nehmen durch ihre jeweiligen gesetzlichen oder bevoll­mächtigten Vertreter teil. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Schriftliche Stimmübertragung ist 

möglich, jedoch darf kein Teilnehmer der Mitgliederversammlung für irgendeinen Zeitpunkt über mehr als fünf Stimmen verfügen,

 

9.2 Die ordentliche Mitgliederversammlung ist mindestens einmal im Jahr durch den Vorsitzenden einzuberufen und zwar spätestens zum 30. September.

 

9.3 Eine außerordentliche Mitgliederversammlung muss vom Vorsitzenden innerhalb von drei Monaten einberufen werden, wenn mindestens 1/4 der Mitglieder eine Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung unter Angabe des Zwecks beantragt,

 

9.4 Die Einladung zur Mitgliederversammlung erfolgt schriftlich mit einer Frist von min- destens vier Wochen. Bei der Einberufung sollte der Gegenstand der Beratung bezeichnet werden. Die Gültigkeit eines Beschlusses ist davon nicht abhängig,

 

9.5 Bei der Beschlussfassung entscheidet die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Für eine Satzungsänderung und den Ausschluss von Vereinsmitgliedern ist eine Mehrheit von 3/4 der abgegebenen Stimmen notwendig.

 

9.6 Die Mitgliederversammlung ist außer in den ihr durch Gesetze oder diese Satzung zuge­wiesenen Angelegenheiten zuständig für die Entgegennahme der Berichte über das Geschäfts­jahr, für die Entlastung des Vorstands und für die Bestellung von zwei Kassen-prüfern. Der Vorsitzende kann in dringenden Fällen Beschlüsse auch durch schriftliche oder fernmündliche Umfragen herbeiführen, jedoch nicht über die Aufnahme von Mitglie- dern; über das Ergebnis solcher Umfragen sind alle Vorstandsmitglieder unverzüglich schriftlich zu informieren.

 

9.7 Über die Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist von einem Vorstandsmitglied eine Niederschrift anzufertigen, zu unterzeichnen und vor der Weitergabe an Dritte dem Vorsitzenden bzw. dessen Stellvertreter, falls dieser die Versammlung leitete, zur Gegen­zeichnung vorzulegen.

 

§ 10 Sprache

 

10.1 Diese Satzung sowie die Protokolle der Mitgliederversammlung werden in deutscher Sprache abgefasst. Soweit außerdem Übersetzungen angefertigt werden, ist in Zweifels-fällen der Text der deutschen Fassung entscheidend.

 

10.2 Die Verkehrssprache des Vereins sowohl bei seinem Schriftverkehr als auch bei den Sitzungen seiner Organe ist Deutsch; eine neutrale Zweitsprache kann als gleichberech- tigte zusätzliche Verkehrssprache zugelassen werden.

 

§ 11 Inkrafttreten

 

Diese Satzung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft.

 

3. Oktober 1974